Wenn Maryline von ihrem 17-jährigen Sohn Jeremy spricht, ist ihr Stolz spürbar. Heute absolviert er eine kaufmännische Ausbildung, spielt Powerchair-Hockey auf hohem Niveau und gestaltet seinen Alltag und seine Zukunft mit viel Entschlossenheit. Ein Weg, der selbstverständlich wirken mag, aber das Ergebnis jahrelanger Anpassungen und grosser Beharrlichkeit ist.
Das Schicksal nicht einfach hinnehmen
Jeremy lebt mit Duchenne-Muskeldystrophie. Die Diagnose wurde im Alter von zwei Jahren gestellt, nachdem sich seine Mutter lange Zeit Sorgen gemacht hat. Plötzlich sah sich die Familie mit einer unbekannten Krankheit und vielen Fragen konfrontiert.
Für Maryline stand jedoch früh fest: Die Krankheit sollte nicht über die Zukunft ihres Sohnes entscheiden.
Gleichzeitig stellte sie fest, dass es in der Schweiz zwar zahlreiche Unterstützungsangebote gibt, diese jedoch oft mit aufwendigen Anträgen verbunden sind. Ob Rollstuhl, Pflegebett, Hausanpassungen oder schulische Unterstützung: Jeder Schritt erfordert Zeit und Ausdauer.
Aufwachsen in einer nicht angepassten Welt
Jeremy besucht zunächst eine öffentliche Schule. Doch was für andere Kinder selbstverständlich erscheint, bringt für ihn zusätzliche Herausforderungen mit sich.
Für Maryline sind es vor allem die Aktivitäten ausserhalb der Schule, die Schwierigkeiten bereiten: Lager, Ausflüge, Schwimmbad oder Sport. Dort wird besonders sichtbar, wie wenig viele Umgebungen auf Menschen mit Behinderung ausgerichtet sind.
Eine Physiotherapeutin macht die Familie schliesslich auf die Stiftung Rossfeld aufmerksam. Maryline zögert zunächst, erkennt jedoch rasch die Vorteile einer Umgebung, die Selbstständigkeit fördert.
Barrierefreie Gebäude, angepasste Infrastruktur und erfahrene Fachpersonen erleichtern Jeremys Alltag erheblich. «Die Behinderung spielte eine viel geringere Rolle», erinnert sich Maryline.

